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Attentin

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Attentin

Ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel mit dem Wirkstoff Dexamphetamin ist Attentin, welches zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) bei Kindern und Jugendlichen eingesetzt wird.

Definition

Attentin ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel mit dem Wirkstoff Dexamphetamin, das zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) bei Kindern und Jugendlichen eingesetzt wird. Es wird im Rahmen eines umfassenden Therapieprogramms verabreicht, insbesondere wenn Methylphenidat-haltige Medikamente nicht ausreichend wirksam sind, und zielt darauf ab, Symptome wie Impulsivität, Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsprobleme zu reduzieren.

Was ist Attentin und wann wird es eingesetzt?

Attentin wird im Rahmen eines umfassenden Behandlungsprogramms (inklusive psychologischer, pädagogischer und sozialer Massnahmen) zur Therapie von ADHS bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre eingesetzt. Es kommt zum Einsatz, wenn ein Methylphenidat-haltiges Medikament nicht ausreichend wirkt und ist nicht für alle ADHS-Fälle geeignet.
ADHS äussert sich durch Symptome wie rasch nachlassende Aufmerksamkeit, Flüchtigkeitsfehler, Schwierigkeiten beim Zuhören, Impulsivität, Unruhe und Konzentrationsprobleme, was den Alltag in Schule, Arbeit und sozialen Bereichen beeinträchtigt. Eine gründliche Untersuchung entscheidet, ob Attentin angewendet wird.
 
Attentin darf nur unter regelmässiger ärztlicher Kontrolle und auf Verschreibung eines Facharztes/einer Fachärztin verwendet werden. Vor Beginn der Therapie erfolgt zudem eine Überprüfung auf mögliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie regelmässige Messungen von Gewicht und Grösse.

Abklärungen vor Behandlungsbeginn

Abklärungen vor Behandlungsbeginn
Bevor die Therapie mit Attentin gestartet wird, prüft der behandelnde Arzt bzw. die behandelnde Ärztin, ob eine Herz-Kreislauf-Erkrankung vorliegt, die eine Behandlung mit Attentin ausschliesst. Zudem werden vor Beginn und während der Behandlung regelmässig Gewicht und Körpergrösse des Patienten bzw. der Patientin gemessen.

Wann darf Attentin nicht eingenommen werden?

Attentin sollte nicht verwendet werden, wenn eine oder mehrere der folgenden Bedingungen vorliegen:

Herz-Kreislauf-Probleme

  • Herzrhythmusstörungen
  • Herzmuskelentzündung
  • Herzinfarkt
  • unregelmässiger Herzschlag
  • Brustschmerzen,
  • Herzversagen
  • angeborene Herzfehler

Gefäss- und Durchblutungsstörungen

  • Arterielle Verschlusskrankheit
  • gestörte Gehirndurchblutung

Bluthochdruck

  • Hoher oder sehr hoher Blutdruck
  • Allergie gegen Dexamphetamin oder andere Inhaltsstoffe sowie idiosynkratische Reaktionen auf sympathomimetische Amine.

Psychische Störungen

  • Ausgeprägte Angst-, Spannungs- oder Erregungszustände
  • schwere Depressionen
  • Psychosen
  • Suizidgedanken oder ungewöhnliche Wahrnehmungen

Suchtmittelmissbrauch

  • Übermässiger Konsum bzw. Abhängigkeit von Alkohol, Drogen oder Arzneimitteln (auch in der Vergangenheit)

Familiäre oder diagnostizierte Erkrankungen

  • Tourette-Syndrom bei Ihnen oder in der Familie

Wechselwirkungen mit MAO-Hemmern

  • Aktuelle oder kürzliche (innerhalb 14 Tage) Einnahme von Monoaminooxidasehemmern

Weitere

  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Allergien und Überempfindlichkeiten
  • Erhöhter Augeninnendruck (Glaukom)
  • Porphyrie und Essstörungen (z. B. Anorexia nervosa)
  • Schwangerschaft, Kinderwunsch oder Stillzeit
  • Altersgrenze: Kinder unter 6 Jahren
  • Normale Müdigkeit: Attentin ist nicht zur Beseitigung gewöhnlicher Müdigkeit gedacht
Wenn einer dieser Punkte auf Sie oder Ihr Kind zutrifft, sollte Attentin nicht eingenommen werden. Im Zweifelsfall fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, bevor Sie oder Ihr Kind Attentin verwenden.

Vorsicht bei der Einnahme von Attentin

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie oder Ihr Kind:

  • Anfällen, abnormalen EEG-Ergebnissen oder Krampfanfällen (Epilepsie) hatten.
  • Probleme mit Alkohol, verschreibungspflichtigen Medikamenten oder Drogen in der Vergangenheit hatten.
  • (Bei Mädchen) bereits Ihre Periode begonnen haben.
  • Unkontrollierbare Tics (wiederholtes Zucken oder wiederholende Laut-/Wortäusserungen) zeigen.
  • Bluthochdruck oder sonstige Herzprobleme (auch solche, die nicht in den Kontraindikationen genannt sind) haben.
  • Schwere Nierenprobleme haben – hier könnte eine Dosisanpassung nötig sein.
  • Psychische Störungen wie bipolare Störung, ausgeprägte Aggressivität, Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Paranoia oder schwere Depressionen vorliegen.
  • An angeborener Fruktoseintoleranz leiden.
Ihr Arzt wird ausserdem nach anderen eingenommenen Medikamenten und familiären Erkrankungen fragen, um mögliche Wechselwirkungen zu vermeiden. Regelmässige Kontrollen von Blutdruck, Herzfrequenz und psychischen Symptomen sind während der Behandlung erforderlich. Vermeiden Sie zudem den gleichzeitigen Konsum von Alkohol und MAO-Hemmern, da diese die Wirkung von Attentin beeinflussen können.

Schwangerschaft und Stillzeit

Attentin sollte während einer Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Obwohl die Daten in den ersten drei Monaten kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko zeigen, besteht möglicherweise ein erhöhtes Risiko für Präeklampsie und Frühgeburten. Zudem können Neugeborene, die während der Schwangerschaft Amphetamin ausgesetzt waren, Entzugssymptome entwickeln.

Deshalb ist während der Behandlung eine zuverlässige Empfängnisverhütung erforderlich. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie schwanger sind, eine Schwangerschaft vermuten oder planen. Stillende Mütter sollten Attentin ebenfalls nicht anwenden.

Anwendung von Attentin

Dosierung & Einnahme

Nehmen Sie Attentin immer genau wie von Ihrem Arzt verordnet ein. Üblich ist ein Start mit 1–2 Tabletten à 5 mg täglich, wobei die Tageshöchstdosis meist 4 Tabletten beträgt (in seltenen Fällen bis zu 8 Tabletten bei älteren Kindern). Die Tabletten sollten mit ausreichend Wasser und vorzugsweise zu oder nach einer Mahlzeit eingenommen werden. Bei Bedarf können die Tabletten entlang der Bruchkerbe geteilt werden.

Behandlungsüberwachung

Ihr Arzt kontrolliert regelmässig Ihren bzw. den Zustand Ihres Kindes. Dabei werden Appetit, Gewicht, Grösse, Blutdruck, Puls und mögliche psychiatrische sowie neurologische Veränderungen (z. B. Tics oder Stimmungsschwankungen) überwacht. Diese Kontrollen erfolgen vor Beginn und während der gesamten Behandlung.

Missbrauch & Abbruch

Ändern Sie die Dosis nicht eigenmächtig. Informieren Sie den Arzt, wenn die Wirkung unzureichend ist oder Nebenwirkungen auftreten. Bei versehentlichem Überschreiten der Dosis oder einer geplanten Absetzung (immer schrittweise) wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt.

Langzeitanwendung

Eine dauerhafte Einnahme kann zu Abhängigkeiten führen. Daher wird die Behandlung bei langfristiger Anwendung regelmässig kurz unterbrochen, um den aktuellen Bedarf zu überprüfen.

Weitere Hinweise

Nehmen Sie Attentin nicht zusammen mit Alkohol oder anderen Arzneimitteln ein, ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt zu halten. Geben Sie das Medikament nicht an Dritte weiter. Bei Fragen oder Unsicherheiten konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Mögliche Nebenwirkungen von Attentin

Wie jedes Arzneimittel kann auch Attentin Nebenwirkungen verursachen, die jedoch nicht bei jedem auftreten müssen.

Sehr häufige Nebenwirkungen

  • Verminderter Appetit
  • Verzögerung des Wachstums und der Gewichtszunahme bei längerer Anwendung bei Kindern
  • Schlaflosigkeit
  • Nervosität

Häufige Nebenwirkungen

  • Herzklopfen, schneller Herzschlag, Veränderungen von Blutdruck und Herzfrequenz (meist Erhöhung)
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Mundtrockenheit
  • Gelenkschmerzen, Schwindel, Kopfschmerzen, Bewegungsstörungen
  • Erhöhte Aktivität, ungewöhnliches Verhalten, Aggressivität, Erregtheit, Ängstlichkeit, depressive Verstimmung, Reizbarkeit
  • Brustschmerzen, verschwommenes Sehen, erweiterte Pupillen
  • Müdigkeit, Hautausschlag, Nesselsucht
  • Wachstumsverzögerung bei längerer Anwendung

Seltene Nebenwirkungen

  • Brustschmerzen
  • Sehprobleme (verschwommenes Sehen)
  • Erweiterte Pupillen
  • Müdigkeit
  • Hautreaktionen wie Ausschlag und Nesselsucht
  • Verzögertes Wachstum bei langfristiger Anwendung

Sehr seltene Nebenwirkungen

  • Veränderungen von Laborwerten (Leberwerte, Blutbild), erhöhte Blutungsneigung
  • Herzstillstand, Hirnblutung, Entzündung oder Verschluss von Arterien im Gehirn
  • Krampfanfälle, unkontrollierbare Bewegungen, Muskelkrämpfe, Tourette-Syndrom
  • Halluzinationen, psychotische Reaktionen, Selbstmordversuch, Tics oder deren Verschlimmerung
  • Akute Haut- oder Schleimhauterkrankungen, schwere Hautreaktionen
  • Plötzlicher Temperaturanstieg, sehr hoher Blutdruck, starke Krampfanfälle (möglicherweise durch Kombination mit anderen Medikamenten)

Einzelfälle

  • VHerzmuskelerkrankung, Herzinfarkt, Schlaganfall, plötzliche Todesfälle
  • Entzündung des Darms, Durchfall
  • Schwere allergische Reaktionen, Haut- und Schleimhautschwellungen
  • Sehr hohes Fieber, Brustschmerzen
  • Muskelerkrankungen wie Rhabdomyolyse, Störungen der Bewegungskoordination
  • Benommenheit, Zittern, Konzentrationsprobleme, Verwirrtheit
  • Drogenabhängigkeit, starke Stimmungsschwankungen, Panikattacken, wahnhafte Störungen, Zwangsverhalten
  • Beeinträchtigung der Denkleistung, verändertes sexuelles Empfinden, Impotenz
  • Haarausfall, übermäßiges Schwitzen
  • Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Fingern und Zehen, Farbveränderungen bei Kälte („Raynaud-Syndrom“)
  • Herz-Kreislauf-Versagen

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Falls Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich bitte umgehend an Ihren Arzt oder Apotheker – insbesondere bei schwerwiegenden oder nicht in der Packungsbeilage aufgeführten Symptomen.

Hinweis

Sämtliche Informationen zu den Medikamenten, die vom Verein bereitgestellt werden, basieren auf gründlicher Recherche. Dennoch ersetzen sie keinesfalls die medizinische Diagnose oder Behandlung durch einen Facharzt. Es wird dringend empfohlen, bei Fragen zu Medikamenten oder der Behandlung von ADHS immer einen qualifizierten Arzt oder Therapeuten zu konsultieren, um eine individuelle und sichere Therapie sicherzustellen.
 
Weitere Informationen zu Medikamenten und deren Anwendung finden Sie unter Compendium – einer verlässlichen Quelle für medizinische Fachinformationen.

Download

Die Informationen zu Attentin stehen Ihnen als PDF-Download zur Verfügung.

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