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Equasym

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Ein verschreibungspflichtiges Medikament zur Behandlung von ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) ist Equasym, das den Wirkstoff Methylphenidat enthält. Es gehört zur Gruppe der Stimulanzien und wird hauptsächlich zur Behandlung von ADHS eingesetzt.

Definition

Equasym ist ein Medikament, das den Wirkstoff Methylphenidat enthält. Es gehört zur Gruppe der Stimulanzien und wird hauptsächlich zur Behandlung von ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eingesetzt. Methylphenidat wirkt auf das zentrale Nervensystem und hilft, die Konzentration zu verbessern und Impulse besser zu kontrollieren.

Was ist Equasym XR und
wann wird es angewendet?

Es ist ein zentralnervöses Stimulans, das einmal täglich eingenommen wird. Es wird zur Behandlung von ADHS bei Kindern ab 6 Jahren und Jugendlichen bis 18 Jahren verwendet. Die Symptome umfassen Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität, die das Lernen und das soziale Verhalten beeinträchtigen. Die Behandlung mit Equasym XR verbessert die Hauptsymptome und wird als Teil eines umfassenden Behandlungsprogramms verordnet. Die übliche Dosis ist eine Retardkapsel am Morgen.

Was sollte beachtet werden?

Vor der Behandlung

Bevor mit der Behandlung begonnen wird, muss der Arzt oder die Ärztin überprüfen, ob Ihr Kind an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung leidet, die einer Behandlung mit Equasym XR entgegensteht. Zudem wird das Gewicht und die Grösse Ihres Kindes vor und während der Behandlung regelmässig kontrolliert.

Wann darf Equasym XR nicht eingenommen werden?

Equasym XR darf nicht eingenommen werden, wenn Ihr Kind oder Sie eine Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Methylphenidat oder einem der anderen Bestandteile des Medikaments haben.
Es darf ebenfalls nicht zur Linderung normaler Müdigkeit verwendet werden.

Equasym XR darf nicht eingenommen werden, wenn

  • Eine Herzrhythmusstörung vorliegt
  • Eine arterielle Durchblutungsstörung besteht
  • Veränderungen der Blutgefässe im Kopf vorhanden sind oder ein Schlafanfall erlitten wurde
  • Eine Schilddrüsenerkrankung (Hyperthyreose) vorliegt
  • Ein Glaukom (grüner Star) diagnostiziert wurde, was einen erhöhten Augeninnendruck bedeutet
  • Eine seltene Tumorerkrankung der Nebenniere (Phäochromozytom) vorliegt
  • Allergie gegen Methylphenidat oder einen der Inhaltsstoffe des Medikaments besteht
  • Kinder unter 6 Jahren dürfen Equasym XR nicht einnehmen.
  • Motorisch-verbale Tics bestehen oder in der Familie eine Geschichte von motorisch-verbalen Tics oder dem Tourette-Syndrom vorliegt
  • Übermässiger Alkoholkonsum oder eine missbräuchliche Einnahme von Medikamenten oder Drogen besteht oder bestand
  • Aktuell Monoaminooxidase-Hemmer (z. B. Medikamente gegen Depressionen wie Moclobemid) eingenommen werden oder innerhalb der letzten 14 Tage eingenommen wurden
  • Sie unter ausgeprägten Angst-, Spannungs- oder Erregungszuständen leiden, da dies die Symptome verschlechtern könnte
  • Sie an schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, wie zum Beispiel:
    Schwere Bluthochdruck, Herzinsuffizienz (Herzschwäche), Angina Pectoris, Angeborene Herzfehler, Herzmuskelerkrankungen, Herzinfarkt, Erkrankungen, die lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auslösen könnten.
  • Sie an einer schweren Depression leiden oder abnorme Gedanken, Visionen oder Wahrnehmungen (z. B. Hören von nicht existierenden Geräuschen) haben oder bei Ihnen eine Psychose diagnostiziert wurde. Dies gilt auch für Patienten, die in der Vergangenheit aggressives Verhalten oder suizidale Neigungen gezeigt haben

Wann ist bei der Einnahme von Equasym XR Vorsicht geboten?

Bei der Einnahme von Equasym XR sollten besondere Vorsichtsmassnahmen beachtet werden, wenn Sie unter hohem Blutdruck leiden, eine Herzkrankheit haben oder an anderen Herzproblemen leiden oder litten, oder wenn Sie einen Schlaganfall erlitten haben.

Methylphenidat kann Benommenheit verursachen, weshalb es die Reaktionsfähigkeit, Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen oder Werkzeuge zu bedienen, beeinträchtigen kann. Daher sollte während der Behandlung mit Equasym XR auf den Konsum von Alkohol verzichtet werden. Die Fähigkeit, am Strassenverkehr teilzunehmen oder Maschinen zu bedienen, kann durch Equasym XR eingeschränkt werden.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Equasym XR kann die Wirkung anderer Arzneimittel beeinflussen oder zu Nebenwirkungen führen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Equasym XR einnehmen, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel verwenden:
  • Arzneimittel gegen Depressionen und Epilepsie oder Blutverdünner
  • Blutdrucksteigernde Arzneimittel
  • Clonidin (ein blutdrucksenkendes Medikament

Wichtige Hinweise während der Behandlung

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn eines der folgenden Symptome auftritt:
  • Neues oder verstärktes aggressives Verhalten
  • Unkontrollierbare Bewegungs- oder verbale Tics
  • Abnormale Gedanken, Visionen oder das Hören von nicht realen Geräuschen
  • Krampfanfälle (Epilepsie) oder anormale EEG-Befunde
  • Länger andauernde oder häufige schmerzhafte Erektionen, die ärztliche Hilfe erfordern
  • Erhöhter Blutdruck, der regelmässig kontrolliert werden sollte
  • Probleme beim Schlucken von Tabletten oder Sehstörungen
  • Erkrankungen wie eine Verengung des Verdauungstrakts oder eine Schilddrüsenüberfunktion
  • Eine Verschlechterung des Gesundheitszustands, insbesondere in Form von suizidalen Gedanken

Vorsichtsmassnahmen

  • Methylphenidat kann das Risiko für psychiatrische Störungen (einschliesslich Suchtverhalten und suizidales Verhalten) sowie Gewichts- und Appetitverlust erhöhen.
  • Der plötzliche Abbruch der Behandlung kann zu Entzugserscheinungen oder Stimmungsschwankungen führen.
  • Schwierigkeiten beim Sehen, wie verschwommenes Sehen oder Probleme bei der Anpassung von Nah- auf Fernsicht, können auftreten.

Missbrauch und Abhängigkeit

Es besteht ein Risiko für Abhängigkeit, wenn Equasym XR missbraucht wird. Achten Sie darauf, dass das Medikament nur gemäss ärztlicher Verschreibung verwendet wird.

Zusätzliche Hinweise

Falls Sie oder Ihr Kind andere Medikamente einnehmen, insbesondere solche, die den Serotoninspiegel beeinflussen, wie z. B. Medikamente gegen Depressionen, Migräne oder Schmerzen, informieren Sie unbedingt Ihren Arzt oder Apotheker, da dies zu Wechselwirkungen führen kann.
Informieren Sie Ihren Arzt auch über alle bestehenden Gesundheitsprobleme oder Allergien, bevor Sie Equasym XR einnehmen. Bei Zuckerunverträglichkeit ist eine Rücksprache mit dem Arzt erforderlich, bevor Sie dieses Medikament verwenden.

Natriumgehalt

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Kapsel und ist daher nahezu natriumfrei.

Darf Equasym XR während der Schwangerschaft oder Stillzeit eingenommen werden?

Wenn Sie schwanger sind, stillen oder vermuten, schwanger zu sein, oder wenn Sie eine Schwangerschaft planen, sollten Sie vor der Einnahme von Equasym XR mit Ihrem Arzt sprechen. Die verfügbaren Daten zeigen kein generell erhöhtes Risiko für Geburtsfehler, jedoch konnte ein leicht erhöhtes Risiko für Herzfehlbildungen bei der Anwendung im ersten Trimester der Schwangerschaft nicht ausgeschlossen werden. Ihr Arzt wird Sie über dieses Risiko informieren und die Entscheidung gemeinsam mit Ihnen treffen.

Falls Sie oder Ihre Tochter

  • Geschlechtsverkehr haben, wird der Arzt mit Ihnen oder Ihrer Tochter über geeignete Verhütungsmethoden sprechen.
  • Schwanger sind oder vermuten, schwanger zu sein, wird der Arzt entscheiden, ob die Anwendung von Methylphenidat sinnvoll ist.
Equasym XR sollte während der Schwangerschaft nur auf ausdrückliche ärztliche Anweisung eingenommen werden. Stillende Mütter wird geraten, Equasym XR nicht zu verwenden.

Wie wird Equasym XR angewendet?

Die Dosierung von Equasym XR wird individuell vom Arzt oder der Ärztin festgelegt. In der Regel wird eine Retardkapsel einmal täglich eingenommen, wobei die Tageshöchstdosis 60 mg (2 Kapseln zu je 30 mg) nicht überschreiten sollte.
 
Equasym XR Retardkapseln sollten morgens vor dem Frühstück eingenommen werden. Sie müssen im Ganzen geschluckt werden und dürfen nicht zerkleinert oder gekaut werden. Falls erforderlich, kann die Kapsel geöffnet werden, und der Inhalt kann sofort mit einer kleinen Menge (z. B. einem Esslöffel) Apfelmus oder Brei gemischt und anschliessend mit einem Getränk eingenommen werden. Die Mischung muss umgehend eingenommen werden und darf nicht aufbewahrt werden.
Falls eine Dosis versehentlich ausgelassen wurde, sollte diese nicht nachgeholt werden. Wurde versehentlich eine zu hohe Dosis eingenommen, ist umgehend der Arzt oder das nächstgelegene Krankenhaus aufzusuchen.

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Equasym XR auftreten?

häufigsten unerwünschten Wirkungen

  • Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Nervosität, Unruhe, Angst
  • Mundtrockenheit, Fieber, Husten, Schwinde, Magenschmerzen
  • Schlaflosigkeit, starke Müdigkeit oder Benommenheit
  • ungewöhnlicher Haarausfall oder dünner werdendes Haar
  • Appetitlosigkeit oder verringertes Verlangen zu essen
  • Juckreiz, Hautausschläge oder Nesselsucht, Zahnschmerzen
  • Halsschmerzen, depressive Stimmung, Reizungen der Nase und des Rachens
  • unkontrollierte Bewegungen, erhöhter Blutdruck, schneller Herzschlag (Tachykardie)
  • Überaktivität, ungewöhnliches Verhalten, Aggression, Erregtheit, Reizbarkeit
  • Übelkeit, Durchfall und Erbrechen

schwerwiegende oder bemerkenswerte Nebenwirkungen

  • Suizidgedanken, Suizidversuche oder suizidale Handlungen
  • wiederholende Verhaltensweisen, Halluzinationen, Bewegungsstörungen
  • Tics oder Verschlechterung bestehender Tics (wie beim Tourette-Syndrom)
  • Nervenschäden, Migräne, Muskel- und Nervenausfälle
  • malignes neuroleptisches Syndrom (ein Zustand mit hohem Fieber und Muskelsteifigkeit, der zu Bewusstlosigkeit führen kann)
  • verschwommenes Sehen, plötzlicher Herztod, Schlaganfälle, Blutgerinnungsstörungen
  • Durchblutungsprobleme in den Extremitäten (z. B. Taubheit der Finger oder Zehen)
  • Leberprobleme, Hauterkrankungen wie Exfoliative Dermatitis oder das Steven-Johnson-Syndrom
  • allergische Hautreaktionen und Brustdrüsenschwellungen bei Männern
  • Auch lang anhaltende und schmerzhafte Erektionen des Penis, möglicherweise auch nach Beendigung der Behandlung, können auftreten

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Sehr häufig

  • Nervosität und Schlafstörungen, insbesondere zu Beginn der Behandlung, die durch eine Dosisanpassung kontrollierbar sind

Häufig

  • Verminderter Appetit (normalerweise vorübergehend)
  • verzögerte Gewichtszunahme und Wachstumsverzögerung bei Kindern während einer längeren Anwendung
  • häufige Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen (meist mit Nahrungsaufnahme lindern)
  • Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit, Schlafstörungen, Müdigkeit, Reizbarkeit
  • Hyperaktivität, depressive Verstimmungen, Bewegungsstörungen, Herzklopfen
  • unregelmässiger Herzschlag, Blutdruckveränderungen, Gelenkschmerzen, Fieber
  • Hautausschläge, Juckreiz, Haarausfall, Mundtrockenheit und Zähneknirschen (Bruxismus)

Gelegentlich

  • Zittern, Atemnot oder Keuchen, Blut im Urin
  • allergische Reaktionen wie Hautausschläge, Juckreiz, Nesselsucht, Schwellungen im Gesicht, der Lippen oder Zunge

Selten

  • Akkommodationsstörungen (Probleme beim Umstellen des Sehens von nah auf fern)
  • verschwommenes Sehen
  • Muskelkrämpfe in den Beinen

Sehr selten

Ein Syndrom mit hohem Fieber und Muskelsteifigkeit, das zu Bewusstlosigkeit führen kann. Wenden Sie sich sofort an einen Arzt oder ein Krankenhaus.

Nebenwirkungen nach
der Markteinführung

Sehr selten

  • Lang andauernde und schmerzhafte Erektionen während oder nach der Behandlung.

Häufigkeit unbekannt

  • Übermässige Gesprächigkeit, verändertes Sexualverhalten, Erektionsprobleme
  • Herzmuskelerkrankungen, übermässiges Schwitzen, Inkontinenz, Kiefermuskelkrämpfe
  • Stottern, Prellungen und Nasenbluten
Bei Kindern und Jugendlichen ohne vorherige psychische Erkrankungen können unter normalen Dosierungen psychotische oder manische Symptome wie Halluzinationen, Wahnvorstellungen oder manische Zustände auftreten.

Wann sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen?

Bei Kindern und Jugendlichen ohne vorherige psychische Erkrankungen können unter normalen Dosierungen psychotische oder manische Symptome wie Halluzinationen, Wahnvorstellungen oder manische Zustände auftreten.
Suchen Sie unverzüglich ärztliche Hilfe auf, wenn schwere Nebenwirkungen wie starke Kopfschmerzen, Verwirrung, Herzrasen, Brustschmerzen, Muskelzuckungen oder Tics, hohes Fieber, Schwitzen, Schüttelfrost, Wahnvorstellungen, Krampfanfälle oder suizidale Gedanken auftreten.
 
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind.

Hinweis

Sämtliche Informationen zu den Medikamenten, die vom Verein bereitgestellt werden, basieren auf gründlicher Recherche. Dennoch ersetzen sie keinesfalls die medizinische Diagnose oder Behandlung durch einen Facharzt. Es wird dringend empfohlen, bei Fragen zu Medikamenten oder der Behandlung von ADHS immer einen qualifizierten Arzt oder Therapeuten zu konsultieren, um eine individuelle und sichere Therapie sicherzustellen.
 
Weitere Informationen zu Medikamenten und deren Anwendung finden Sie unter Compendium – einer verlässlichen Quelle für medizinische Fachinformationen.

Download

Die Informationen zu Equasym stehen Ihnen als PDF-Download zur Verfügung.

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