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Symptomkriterien

Symptomkriterien

Für ADHS unterscheiden sich die Symptomkriterien leicht zwischen den beiden bedeutendsten Diagnosesystemen, dem ICD-10 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem DSM-IV der American Psychiatric Association (APA).

Die grundlegenden Symptome sind ähnlich, aber es gibt Unterschiede in der Kategorisierung und im Schweregrad der Anforderungen.

Voraussetzungen für die ADHS-Diagnose

  • Bei Kinder bis 16 Jahre
    Müssen mindestens 6 Sympto­me der Unaufmerksamkeit oder
    der Hyperaktivität/Impulsivität während mindestens 6 Monaten auftreten
  • Bei Erwachsene ab 17 Jahren
    Müssen während mindestens 6 Monaten mindestens je 5 Symptome auftreten
  • Die Symptome führen zu Beeinträchtigungen in mindestens zwei Lebensbereichen
    (z.B. Schule / Arbeit und Freizeit). Stärkere Gewichtung liegt auf dem ausserfamiliären Bereich
  • Die Symptomatik muss vor dem 12. Lebensjahr aufgetreten sein
  • Die Symptome lassen sich nicht durch eine andere psychische Störung erklären
Ein ausführlicher Überblick zu den Diagnose- und Symptomkriterien ist auf unserer Website zu finden.

Symptomkriterien nach ICD-10 (WHO)

Im ICD-10 wird ADHS als „Hyperkinetische Störung“ bezeichnet und umfasst drei Kernsymptome:

Aufmerksamkeitsstörungen

Probleme, die Aufmerksamkeit bei Aufgaben oder Spielen aufrechtzuerhalten, häufiges Abschweifen und Schwierigkeiten, Details zu beachten.

Hyperaktivität

Unruhe, z.B. häufiges Herumlaufen, Schwierigkeiten, ruhig zu sitzen, und exzessive motorische Aktivität, die unpassend oder schwer zu kontrollieren ist.

Impulsivität

Schwierigkeiten, Impulse zu kontrollieren, z.B. unüberlegte Handlungen oder Schwierigkeiten, auf die eigene Reihe zu warten.
Laut ICD-10 müssen diese Symptome über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten bestehen und in mehr als einer Umgebung (z.B. Schule und Zuhause) auftreten. Die Diagnose verlangt, dass die Symptome in einem für das Alter und Entwicklungsniveau unangemessenen Mass vorhanden sind.

Symptomkriterien nach DSM-IV (APA)

Das DSM-IV unterteilt ADHS in drei Subtypen:

Vorwiegend unaufmerksamer Typ

Betroffene zeigen hauptsächlich Symptome von Unaufmerksamkeit, wie das Nichtbeachten von Details, häufiges Verlieren von Dingen und Schwierigkeiten, Aufgaben abzuschliessen.

Vorwiegend hyperaktiv-impulsiver Typ

Der Schwerpunkt liegt hier auf Symptomen der Hyperaktivität und Impulsivität, wie übermässiges Reden, Schwierigkeiten, stillzusitzen, und unüberlegte Antworten oder Handlungen.

Kombinierter Typ

Schwierigkeiten, Impulse zu kontrollieren, z.B. unüberlegte Handlungen oder Schwierigkeiten, auf die eigene Reihe zu warten.
Im DSM-IV müssen mindestens sechs Symptome aus den jeweiligen Kategorien für mindestens sechs Monate bestehen und die Entwicklung beeinträchtigen. Die Symptome müssen in mindestens zwei Lebensbereichen auftreten (z.B. Zuhause und Schule/Arbeit), um die Diagnose zu rechtfertigen.

Unterschiede und Besonderheiten

Das ICD-10 verlangt, dass alle drei Symptomgruppen (Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität, und Impulsivität) vorhanden sein müssen, während das DSM-IV auch Subtypen mit nur Unaufmerksamkeits- oder Hyperaktivitätsmerkmalen zulässt.

Mit der Einführung des DSM-5 wurden die Kriterien weiter angepasst, aber die Grundlagen bleiben in beiden Systemen ähnlich, insbesondere hinsichtlich der Notwendigkeit für dauerhafte und altersunangemessene Symptome in verschiedenen Lebensbereichen.

Symptome

Hormonelle Erkrankungen

  • Zappelt häufig mit Händen oder Füssen oder rutscht auf dem Stuhl herum
  • Steht oft auf in der Klasse oder in anderen Situationen, in denen Sitzenbleiben erwartet wird
  • Läuft umher oder klettert exzessiv in Situationen, in denen dies unpassend ist 
  • Hat oft Schwierigkeiten, ruhig zu sprechen oder sich mit Freizeitaktivitäten ruhig zu be­schäftigen
    Ist häufig «auf Achse» oder handelt, als wäre er/sie «getrieben
  • Redet oftmals übermässig viel
  • Platzt häufig mit den Antworten heraus, bevor die Frage zu Ende gestellt ist
  • Kann nur schwer warten, bis sie/er an der Reihe ist
    Unterbricht und stört häufig (platzt z. B. in Gespräche und Spiele anderer hinein)
  • Unruhe (zappelig)
  • Rastlosigkeit
  • Mangelnde kognitive und emotionelle Selbstkontrolle
  • Frustrationsintoleranz
    Stimmungsschwankungen

Unaufmerksamkeit & Konzentrationsstörungen

  • Einzelheiten werden nicht genau beachtet oder macht Flüchtigkeitsfehler
  • Hat oft Schwierigkeiten, längere Zeit die Aufmerk­samkeit bei Aufgaben oder Akti­vi­täten aufrecht zu erhalten
  • Scheint oft nicht zuzuhören, wenn andere sie/ihn ansprechen 
  • Führt häufig Anweisungen anderer nicht vollständig durch und kann Schular­­beiten, andere Arbeiten oder Pflichten am Arbeits­­platz nicht zu Ende bringen
  • Hat oft Schwierigkeiten Aufgaben und Akti­vitäten zu organisieren
  • Vermeidet häufig oder hat eine Ab­neigung gegen Aufgaben, die eine länger andauernde, geistige Anstren­­gung er­fordern
  • Ist oft vergesslich bei Alltagstätigkeiten
  • leicht durch unwesentliche Reize ablenkbar
  • Verliert oft Gegenstände, die sie/er für Aufgaben oder Aktivitäten benötigt
  • Vergesslich
  • Ablenkbar
  • Mangelnde gezielte Daueraufmerksamkeit
  • Ungenügende serielle Merkfähigkeit und Routinefähigkeit

Schwierigkeiten im Sozialverhalten & Alltag

  • Ablehnung durch Gleichaltrige
  • Einzelgänger
  • Erschwertes Einfügen und Anpassen
  • Sündenbock
  • Wahrnehmungs- und Verhaltensstörungen
  • Problematik der Selbstorganisation und Handlungsplanung(zappelig)

Schulschwierigkeiten

  • Unruhe
  • Ungeschickt beim Schreiben, Basteln und/oder Sport
  • Mangelnde Daueraufmerksamkeit und Merkfähigkeit
  • Legasthenie und / oder Dyskalkulie

Hypoaktivität

  • Verträumtheit
  • Langsam

Koordinationsprobleme

  • In der Grob- und/oder Feinmotorik
  • Schlechtes Körpergefühl
  • Unkontrollierte Bewegungen
  • Raumorientierungsprobleme

Hinweis

Alle vom Verein bereitgestellten Informationen basieren auf sorgfältiger und fundierter Recherche. Dennoch ersetzen sie keinesfalls die medizinische Diagnose oder Behandlung durch einen Facharzt. Nur qualifizierte Fachpersonen können eine zuverlässige Diagnose stellen und die passende Therapie einleiten. Ihre Gesundheit liegt uns am Herzen – lassen Sie sich daher stets fachkundig begleiten.

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Die Informationen zu Symptomkriterien stehen Ihnen als PDF-Download zur Verfügung.

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