Symptomkriterien

Symptomkriterien
Für ADHS unterscheiden sich die Symptomkriterien leicht zwischen den beiden bedeutendsten Diagnosesystemen, dem ICD-10 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem DSM-IV der American Psychiatric Association (APA).
Die grundlegenden Symptome sind ähnlich, aber es gibt Unterschiede in der Kategorisierung und im Schweregrad der Anforderungen.
Die grundlegenden Symptome sind ähnlich, aber es gibt Unterschiede in der Kategorisierung und im Schweregrad der Anforderungen.
Voraussetzungen für die ADHS-Diagnose
Ein ausführlicher Überblick zu den Diagnose- und Symptomkriterien ist auf unserer Website zu finden.
Symptomkriterien nach ICD-10 (WHO)
Im ICD-10 wird ADHS als „Hyperkinetische Störung“ bezeichnet und umfasst drei Kernsymptome:
Aufmerksamkeitsstörungen
Probleme, die Aufmerksamkeit bei Aufgaben oder Spielen aufrechtzuerhalten, häufiges Abschweifen und Schwierigkeiten, Details zu beachten.
Hyperaktivität
Unruhe, z.B. häufiges Herumlaufen, Schwierigkeiten, ruhig zu sitzen, und exzessive motorische Aktivität, die unpassend oder schwer zu kontrollieren ist.
Impulsivität
Schwierigkeiten, Impulse zu kontrollieren, z.B. unüberlegte Handlungen oder Schwierigkeiten, auf die eigene Reihe zu warten.
Laut ICD-10 müssen diese Symptome über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten bestehen und in mehr als einer Umgebung (z.B. Schule und Zuhause) auftreten. Die Diagnose verlangt, dass die Symptome in einem für das Alter und Entwicklungsniveau unangemessenen Mass vorhanden sind.
Symptomkriterien nach DSM-IV (APA)
Das DSM-IV unterteilt ADHS in drei Subtypen:
Vorwiegend unaufmerksamer Typ
Betroffene zeigen hauptsächlich Symptome von Unaufmerksamkeit, wie das Nichtbeachten von Details, häufiges Verlieren von Dingen und Schwierigkeiten, Aufgaben abzuschliessen.
Vorwiegend hyperaktiv-impulsiver Typ
Der Schwerpunkt liegt hier auf Symptomen der Hyperaktivität und Impulsivität, wie übermässiges Reden, Schwierigkeiten, stillzusitzen, und unüberlegte Antworten oder Handlungen.
Kombinierter Typ
Schwierigkeiten, Impulse zu kontrollieren, z.B. unüberlegte Handlungen oder Schwierigkeiten, auf die eigene Reihe zu warten.
Im DSM-IV müssen mindestens sechs Symptome aus den jeweiligen Kategorien für mindestens sechs Monate bestehen und die Entwicklung beeinträchtigen. Die Symptome müssen in mindestens zwei Lebensbereichen auftreten (z.B. Zuhause und Schule/Arbeit), um die Diagnose zu rechtfertigen.
Unterschiede und Besonderheiten
Das ICD-10 verlangt, dass alle drei Symptomgruppen (Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität, und Impulsivität) vorhanden sein müssen, während das DSM-IV auch Subtypen mit nur Unaufmerksamkeits- oder Hyperaktivitätsmerkmalen zulässt.
Mit der Einführung des DSM-5 wurden die Kriterien weiter angepasst, aber die Grundlagen bleiben in beiden Systemen ähnlich, insbesondere hinsichtlich der Notwendigkeit für dauerhafte und altersunangemessene Symptome in verschiedenen Lebensbereichen.
Mit der Einführung des DSM-5 wurden die Kriterien weiter angepasst, aber die Grundlagen bleiben in beiden Systemen ähnlich, insbesondere hinsichtlich der Notwendigkeit für dauerhafte und altersunangemessene Symptome in verschiedenen Lebensbereichen.